|
 | |  | |
Ästhetische Welten
Formen und Farben sind Ausdruck der inneren Welten eines Künstlers, die auch im Betrachter emotionale Prozesse auslösen. Ausgangspunkt des bildnerischen Prozesses ist die intensive Beobachtung interessanter, visueller Phänomene der sichtbaren Welt und deren abstrahierte, malerische Umsetzung. Diese Phänomene werden aus ihrem natürlichen Zusammenhang genommen, in einen neuen Kontext gestellt und symbolisieren somit sichtbare und nicht sichtbare Gegebenheiten der inneren und äußeren Welten.
Prof. Dr. Barbara Wichelhaus zum Bilderzyklus „Verflechtungswelten“:
„… Dabei spielen jedoch nicht nur die raumkonstituierenden Verflechtungen, sondern auch andere Bildmittel, z. B. der lasierende Farbauftrag, die Farbbeschränkung auf vorwiegend kalte oder vorwiegend warme Farbtöne, der Wechsel von Verdichtung und Auflockerung, von Statik und Dynamik oder von formaler Kontrolle der Farbflächen und ungebundenem expressiven Farbauftrag eine Rolle. Sie bewirken nicht nur, dass man diese Bilder der abstrakten Kunst mit kunstimmanentem Ausdrucksrepertoire zuordnet, sondern auch Seherfahrungen, die zwischen flächigen Wahrnehmungen und räumlicher Tiefenwirkung konvergieren...
Renate Oepen hat sich nur scheinbar vom Gegenständlichen befreit. Mit dem Flechtwerk als Impuls ihrer künstlerischen Arbeit und dem Titel Verflechtungen greift sie, wie viele abstrakte Künstler vor ihr, auf uralte Symbolformen der Menschheit, neben Geflecht auch auf Formen wie Kreis, Spirale, Zickzack oder Labyrinth zurück. D.h. die reale Welt ist als Erinnerung in der abstrakten Komposition gegenwärtig...
In den künstlerischen Strategien von Renate Oepen wird durchgängig ein ständiger Wechsel zwischen emotionaler Annährung an Realität und Kunst, getragen von einer inhaltsschweren Sinnlichkeit einerseits und reflektierten Gefühlen andererseits deutlich. Das erzeugt ein Verhältnis von Intensität und Distanz und den Versuch der gegenseitigen Balance.“
|
| |  |
|
|